Im Rhythmus mit der Natur

In vielen Mythologien wird die Verbindung zwischen Himmel und Erde als eine Einheit beschrieben. Viele Völker glaubten früher daran, dass der Mensch zwischen diesen beiden Kräften eingebunden ist und selbst als Bindeglied wirkte.

Mit dem direkten Einfluss kosmischer Kräfte sowie den Wirkprinzipien der Planeten und Sternbilder beschäftigt sich heute die Geomantie. Die Rhythmen und Zyklen der Natur beschränken sich deshalb nicht nur auf die Erde, sondern werden immer in Beziehung zum Kosmos gesehen. Auch in der Geomantie wird der Sinn darin gesehen, sich in die Harmonie von Himmel und Erde einzufügen.

Die Astronomie und Astrologie waren im Altertum aufs Engste miteinander verknüpft. Eine Unterscheidung zwischen diesen beiden Fachgebieten gibt es erst seit dem 17. Jahrhundert. Heute wird die Astronomie als die Wissenschaft von den Gestirnen bezeichnet. Sie widmet sich der wissenschaftlichen und mathematischen Berechnung und Forschung. Die Astrologie beschäftigt sich mit der der Deutung der Sterne und ihrer Stellung zueinander.

Die Harmonik drückt sich durch Bewegung und Rhythmik aus. Wenn sich der Mensch wieder in die Harmonie zwischen Himmel und Erde einschwingen möchte, ist es erforderlich, dass er den Rhythmen und Zyklen wieder mehr Aufmerksamkeit schenkt. Dazu ist es wichtig, dass wir uns durch unsere Wahrnehmung und unser Empfinden wieder auf diese Wirkkräfte einlassen.

Durch die Jahreszeiten entsteht ein belebender Wechsel, der auch Auswirkungen auf unseren Lebensrhythmus und unseren Körper hat. Jede Jahreszeit hat eine ganz eigene Kraft und Qualität. Folglich verändert sich auch die Stimmung an einem Ort je nach Jahreszeit.

Vergleichbar mit den Eigenschaften von Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter erlebt auch jeder Mensch diesen Zyklus durch die Geburt und Jugend, die Zeit des Entwickelns, die Zeit der “Meisterschaft” und dem “Weisheitsalter”. Die Entsprechungen spiegeln sich im alltäglichen Leben wider. So kann auch jedes Projekt oder Vorhaben mit dem Zyklus der vier Jahreszeiten verglichen werden.

Auch jeder Ort hat seinen eigenen Rhythmus.  Er folgt wie ein menschliches Wesen auch seinem zugehörigen Rhythmus. Er atmet ein und wieder aus, hat Hoch- und Tiefzeiten und steht in Beziehung zu planetarischen Einflüssen. Damit hat jeder Ort auch seine eigene Zeitqualität.

Die Jahreskreisfeste heben bestimmte Qualitäten im Rhythmus eines Jahres hervor. Da jeder Ort seine eigene Zeitqualität und Hoch-Zeit hat, lässt sich seine Kraft anhand dieser Qualitäten genauer definieren. Die zeitlichen Wendepunkte eines Jahres wurden früher von den Menschen als besonders kraftvoll wahrgenommen und durch große Feste und Rituale gefeiert und gestärkt.

Die Planeten repräsentieren vielschichtige und tiefgehende Urprinzipien.  Diese finden wir besonders in der Mythologie der Antike wieder. Sie treten uns als Gottheiten mit bestimmten Charaktereigenschaften gegenüber. Durch ihren Archetypus liefern sie schnelle, prägnante Hinweise zu ihrer Grundqualität.

Die planetaren Kräfte und die Erde stehen in einer engen Beziehung zueinander, die mit dem Verhältnis Mikrokosmos/Makrokosmos vergleichbar ist. Dadurch werden Urprinzipien der Planeten an Orten und in der Landschaft erfahrbar. Sie lassen sich überall in der Natur wiederfinden, wie z. B. in Blütenblättern oder Fruchtgehäusen.

Topografischen Karten können Landschaftsformen aufzeigen, durch die planetare Kräfte erkennbar werden. Auch einzelne Bäume oder Felsen können auf Urqualitäten der Planeten hinweisen.

Den 12 Tierkreiszeichen werden den vier Elemente und Polarität zugeordnet. Dadurch können die Grundkräfte dieser Urbilder erfasst werden. Sie sind in jedem Menschen und im Kreislauf des Jahres wiederzufinden. Daraus lassen sich die Ausstrahlung und Qualität eines Ortes näher definieren.

Bäume und Haine sind die ältesten Heiligtümer der Welt. Sie haben für die meisten Menschen noch heute eine große Bedeutung. Sie gelten als Symbol der Fruchtbarkeit und als Verbindung zwischen Himmel und Erde. Viele Kulturen bringen Bäume mit Glück, Segen, Gesundheit und Wachstum in Verbindung. Noch heute werden zu verschiedenen Feierlichkeiten Bäume aufgestellt.

Jeder Baum kann symbolisch als “Baum des Lebens” bezeichnet werden. In der germanischen Mythologie ist er als “Yggdrasil” bekannt. Sie gilt als der größte und prächtigste Baum der Erdengeschichte und verbindet die verschiedenen Welten miteinander. Eine ähnliche Symbolik finden Sie in der sogenannten “Irminsul“. Sie wird auch als “Säule des Universums” bzw. “Säule zum Universum” bezeichnet.

Bäume werden auch den sieben klassischen Planeten zugeordnet. In Verbindung mit den Himmelsrichtungen und dem Kreislauf des Jahres können Sie eine kraftvolle Gestaltung durch das Pflanzen von Bäumen vornehmen.

Die Kraft eines Ortes kann durch Rituale energetisch erhöht und gestärkt werden. Durch eine rhythmische Wiederholung gewinnt ein Ritual an Kraft und Energie. Während des Rituals sind ihre Gedanken und Gefühle entscheidend.  Der Äther des Raumes wird damit aufgeladen.

Die Darstellung der Irminsul bei den Externsteinen

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